Zunächst einmal: ENTSCHULDIGUNG, dass ich mich so lang nicht mehr gemeldet habe. Ich hoffe niemand hat sich Sorgen darum gemacht, dass ich mich in Inkaruinen verlaufen habe oder von Limagangs überfallen wurde. Nein ganz im Gegenteil, ich sitze heile und (fast) gesund in Dorsten auf meinem altem, sauberem Schreibtischstuhl und bin unversehrt und glücklich wieder zurück nach Hause gekommen.
Nun bin ich bereits zwei Wochen wieder da un genieße die Vorzüge eines deutschen Lebens… saubere Straßen, Privatautos, keine Angst vor Überfällen, Essen, das mir keinen Durchfall bereitet, nicht ständig wegen meiner Haut- oder Haarfarbe angestiert werden und muss auch schon direkt wieder so richtig an meine Uniplanungen. Ich werde ab Oktober in Dortmund Journalistik studieren – so wie ich es mir auch gewünscht hatte. Dann gehts von Lima Barrios Altos ab nach Dortmund Nordstadt an den Borsigplatz, wo ich wahrscheinlich wohnen werde ( Die Nordstadt wird in Dortmund ungefähr so eingestuft, wie in Lima der Stadtteil Barrios Altos, wo ich gelebt habe, jedoch mache ich mir da nicht so große Sorgen… Wenn die Leute hier erstmal nach Barrios Altos kommen, werden sie sehen, dass der Borsigplatz ein Kinderspielplatz ist .
).
Die letzten paar Wochen waren noch einmal sehr intensiv und schön. Meine Schwester kam und hat noch drei Wochen mit mir im Hogar gearbeitet. Anschließend ging es an den sonnigen Strand in Mancora, wo wir uns von den Strapazen und dem Stress Limas erholten, bevor wir zwei Nächte hintereinander 16 Stunden im Bus saßen, um nach Arequipa zu fahren. Dort bewunderten wir die wunderschöne Altstadt und das Kloster Santa Catalina, schlenderten durch die schönen Straßen Arequipas und aßen Hühnersuppe wie die Weltmeister (unser Magen vertrug mal wieder nichts anderes).
Von dort aus ging es dann weiter hoch nach Puno und zum Titicacasee. Mich erwischte es dort sehr mit der “Höhenkrankheit”: Kopfschmerzen, Übelkeitsgefühl und ständiges außer Atem sein. Na ja, wenigstens hat es dem “Touristenarzt” was genutzt, der mich völlig übers Ohr gehauen hat und mir 130 Soles aus der Tasche zog für den Ratschlag mich weniger anzustrengen und ein Antibiotikum, das er mir für drei Tage verschrieb (Ich: “Ich vertrage kein Antibiotilum, können Sie mir nicht etwas anderes verschreiben?” Arzt: “Nein, nein, das ist kein Problem, nur für drei Tage müssen Sie das Antibiotikum nehmen.” Ich:”Man nimmt doch normalerweise kein Antibiotikum für drei Tage, ich dachte man muss es über eine längere Zeit nehmen.” Arzt:”Achso ja, wenn das so ist… Nehmen sie doch noch eine Packung, dann können Sie es noch vier Tage länger einnehmen.” – Dass die Pillenpackung noch unbenutzt bei mir im Kulturbeutel liegt, muss ich ja wohl nicht dazu erwähnen…).
In Puno verbrachten wir zwei wunderschöne Tage und eine eiskalte Nacht auf den Inseln des Titicacasees im Hause einer sehr armen und freundlichen Gastfamilie. Auch durften wir über die von der Kultur der Uros selbst gebauten schwimmenden Schilfinseln schwanken…
Langsam näherte sich unser Abenteur seinem Höhepunkt hin zu. Als es dann im waghalsigem Tempo durch Berge, Urwald, über aus Holzbrettern gefertigte, zwei Meter breite Brücken ging, das Auto an Kurven mit einem 500m tiefen Abgrund vorbeiraste und wir letzendlich mit einer Reifenpanne und ganz viel Adrenalin im Blut in Aguas Caliente oder auch Machu Picchu Town ankamen. (Das Geld für einen geplanten Bugee-Jumping-Sprung konnte ich mir nach dieser Anfahrt sparen.)
Von Machu Picchu hatte ich persönlich nicht sehr viel erwatet, da auch das Motiv nach einem halben Jahr Peru sehr abgelutscht war – Man traf es ja schließlich an jeder Plakatwand und auf jeder Schokoladenpackung bis hin zum Klopapier wieder. Doch ich kann wirklich sagen, dass von Machu Picchu nicht zu viel versprochen wird. Mitten in den bewaldeten Bergen, fernab von großen Städten und total mystisch liegt es im Urwald und obwohl täglich tausende Touristen durchlatschen sieht es so aus, als ob die Inka noch gestern durch die Mauern huschten.
Anschließend flog ich dann noch mit meiner Schwester nach Iquitos, in den Amazonasurwald Perus, wo wir auf Faultiere, Schlangen, Affen, Minikrokodile, Troncodilos usw usf stießen… Leider auch auf eine Menge Mücken und diese wiederum labten sich an dem ausländischen Blut, das wir mitbrachten.
Joa… und nun sitze ich wieder hier. Meine Zeit in Peru ist nun vorbei…
Ich möchte mich noch einmal ganz, ganz herzlich bei allen meinen Unterstützern bedanken. Ohne Euch und Sie wäre dies alles niemals möglich gewesen. Von dem gespendeten Geld ist sogar noch etwas übrig geblieben, da ich im Hogar sehr sparsam leben konnte und somit können wir dieses noch für weitere Projekte in Zukunft, sehr wahrscheinlich auch für den Hogar San Camilo, benutzen. Im Moment ist die Peru Hilfe sehr beschäftigt mit der Verschickung von mehreren Containern, voll mit Kleidung, Computern, Nähmaschinen und anderen nützlichen Dingen.






















































